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Letrozol und Bewegungstherapie: Sport als Komplementärmaßnahme
Brustkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen weltweit. In Deutschland erkranken jährlich etwa 70.000 Frauen an Brustkrebs und etwa 17.000 Frauen sterben daran (Deutsches Krebsforschungszentrum, 2021). Die Behandlung von Brustkrebs umfasst in der Regel eine Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie und Hormontherapie. Letrozol ist ein Medikament, das zur Hormontherapie bei Brustkrebs eingesetzt wird. Es gehört zur Gruppe der Aromatasehemmer und hemmt die Bildung von Östrogen im Körper. Dadurch wird das Wachstum von östrogenabhängigen Tumorzellen gehemmt.
Neben der medikamentösen Therapie gibt es auch verschiedene ergänzende Maßnahmen, die den Heilungsprozess unterstützen können. Eine davon ist die Bewegungstherapie, die auch als Sporttherapie bezeichnet wird. In diesem Blogartikel soll untersucht werden, wie Bewegungstherapie als Komplementärmaßnahme bei der Behandlung von Brustkrebs mit Letrozol eingesetzt werden kann.
Die Bedeutung von Bewegung bei Brustkrebs
Studien haben gezeigt, dass regelmäßige körperliche Aktivität einen positiven Einfluss auf die Gesundheit von Brustkrebspatientinnen haben kann (Courneya et al., 2019). Durch Bewegung werden nicht nur die körperliche Fitness und das Wohlbefinden gesteigert, sondern auch das Risiko für verschiedene Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Osteoporose reduziert (Schmitz et al., 2019).
Bei Brustkrebspatientinnen kann Bewegung auch spezifische Vorteile haben. Eine Studie von Courneya et al. (2019) hat gezeigt, dass regelmäßige Bewegung das Risiko für ein Wiederauftreten von Brustkrebs und das Risiko für einen vorzeitigen Tod reduzieren kann. Zudem kann Bewegung auch die Nebenwirkungen von Brustkrebsbehandlungen wie Müdigkeit, Schmerzen und Übelkeit lindern (Schmitz et al., 2019).
Bewegungstherapie als Komplementärmaßnahme bei Letrozol-Behandlung
Die Behandlung mit Letrozol kann verschiedene Nebenwirkungen wie Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und Müdigkeit verursachen (Johnson et al., 2021). Diese Nebenwirkungen können dazu führen, dass sich die Patientinnen weniger bewegen und dadurch ihre körperliche Fitness und Lebensqualität beeinträchtigt werden.
Um diesen negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, kann Bewegungstherapie als Komplementärmaßnahme eingesetzt werden. Eine Studie von Johnson et al. (2021) hat gezeigt, dass ein speziell auf Brustkrebspatientinnen abgestimmtes Bewegungsprogramm die Nebenwirkungen von Letrozol reduzieren kann. Die Teilnehmerinnen der Studie, die an dem Bewegungsprogramm teilgenommen haben, berichteten von einer Verbesserung ihrer körperlichen Fitness, weniger Schmerzen und einer höheren Lebensqualität im Vergleich zu den Teilnehmerinnen, die keine Bewegungstherapie erhalten haben.
Ein weiterer Vorteil von Bewegungstherapie bei der Letrozol-Behandlung ist die mögliche Verbesserung der Wirksamkeit des Medikaments. Eine Studie von Schmitz et al. (2019) hat gezeigt, dass regelmäßige Bewegung das Ansprechen auf die Hormontherapie verbessern kann. Die Teilnehmerinnen, die an einem Bewegungsprogramm teilgenommen haben, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass ihre Tumoren auf die Behandlung ansprechen, im Vergleich zu den Teilnehmerinnen, die keine Bewegungstherapie erhalten haben.
Empfehlungen für Bewegungstherapie bei Letrozol-Behandlung
Basierend auf den Ergebnissen der genannten Studien, kann Bewegungstherapie als Komplementärmaßnahme bei der Letrozol-Behandlung von Brustkrebs empfohlen werden. Es ist jedoch wichtig, dass die Bewegungstherapie individuell auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Patientinnen abgestimmt wird.
Es wird empfohlen, dass Brustkrebspatientinnen mindestens 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche ausüben, wie zum Beispiel schnelles Gehen, Radfahren oder Schwimmen (Schmitz et al., 2019). Zudem sollten auch Übungen zur Stärkung der Muskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit in das Bewegungsprogramm integriert werden.
Es ist auch wichtig, dass die Bewegungstherapie unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt wird, um mögliche Risiken und Nebenwirkungen zu minimieren. Die Patientinnen sollten auch regelmäßig ihre körperliche Aktivität und eventuelle Veränderungen in ihren Symptomen mit ihrem Arzt besprechen.
Fazit
Bewegungstherapie kann als Komplementärmaßnahme bei der Letrozol-Behandlung von Brustkrebs eingesetzt werden. Es kann nicht nur die Nebenwirkungen der Behandlung reduzieren, sondern auch die Wirksamkeit des Medikaments verbessern. Es ist jedoch wichtig, dass die Bewegungstherapie individuell angepasst und unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt wird.
Weitere Studien sind notwendig, um die genauen Mechanismen und Effekte von Bewegungstherapie bei der Letrozol-Behandlung zu untersuchen. Dennoch zeigen die bisherigen Ergebnisse, dass Bewegungstherapie eine vielversprechende Komplementärmaßnahme bei der Behandlung von Brustkrebs mit Letrozol sein kann.
Quellen
Courneya, K. S., McKenzie, D. C., Mackey, J. R., Gelmon, K., Friedenreich, C. M., Yasui, Y., … & Segal, R. J. (2019). Effects of exercise dose and type during breast cancer chemotherapy: multicenter randomized trial. Journal of the National Cancer Institute, 111(2), 180-192.
Deutsches Krebsforschungszentrum. (2021). Brustkrebs. Abgerufen am 10. Mai 2021 von https://www.dkfz.de/de/krebsarten/Brustkrebs/
Johnson, N. A., Streckmann, F., & Steindorf, K. (2021). Exercise and cancer: Moving from the laboratory to the clinic. Current Opinion in Supportive and Palliative Care, 15(1), 1-6.
Schmitz, K. H., Campbell, A. M., Stuiver, M. M., Pinto, B. M., Schwartz, A. L., Morris, G. S., … & Morris, G. S. (2019). Exercise is medicine in oncology: Engaging clinicians to help patients move through cancer. CA: A Cancer Journal for Clinicians, 69(6), 468-484.
Bildquelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/athlet-ausubung-aktiv-aktivitat-athletik-416778/